Vom Beelzebub.

Ach herrlich – nachdem nun die 68er in die Rente gehen und die Kinder der 68er – also meine Generation – in der Mitte der Gesellschaft in den Schlüsselpositionen angekommen sind, sprühen unsere (westlichen) Gesellschaften nur so vor reaktionärer Rückbesinnung – den Teufel 68er-Moral mit dem Beelzebub Neo-Konservatismus ausmerzen. Nach Jahren politischer Korrektheit nun gelebte Intoleranz und pikiertes Klein-Klein. Von einem Extrem zum anderen. Endlich ist das tumbe Vorurteil wieder salonfähig: “Immigranten, Schwulen und Lesben, anders Denkende – ich mag Euch nicht und das ist gut so.”

Neues Deutschland.

Neues Europa.

Zum Kotzen.

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Von “neuen” Werten

Veramerikanisierung der Werte – lächerlich. Ein schwachsinnigeres Argument gegen Halloween ist Euch nicht eingefallen, oder? Das ewige Gefeiere geht Euch nur zu weit, that’s all. Kostüm hier, Kostüm da, hier ein Tüte mit Süßigkeiten, da schon wieder eine, oh, eine Mottoparty mit Kostüm. Veramerikanisierung der Gesellschaft – LOOOOOL.

Ist ja nicht so, dass die Stimmungsmache gegen dieses amerikanische Fest gerade mit den NSA-Enthüllungen zu tun hat und scheinbar in dieser Stimmung auf fruchtbaren Boden fällt.

Dann legt mal schön Eure Smartphones weg (das Konzept kommt aus den USA), beendet Euren Facebook-Account (USA), benutzt kein Bing oder Google (USA) sondern metager, holt Eure Rechenschieber heraus und legt Euch Papierarchive an (ja, in Akten und Listen sind wir Deutschen Weltmeister), weil das Internet aus den USA kommt, feiert Weihnachten mit Christkind und Knecht Ruprecht statt Weihnachtsmann (Coca Cola), streicht den 14. Februar aus dem Kalender (Valentinstag, uuuuh, USA), schmeisst Eure Navigationsgeräte weg, weil das GPS aus den USA kommt – und überhaupt.

Veramerikanisierung der Gesellschaft – wollen wir da wirklich erst anfangen? Weil Kinder Spass daran haben, verkleidet durch die Gegend zu ziehen und Süßigkeiten zu erpressen?

Feiern wir lieber einen Tag, der Europa in Namen des Glaubens in einen nicht enden wollenden, verheerenden Krieg geführt hat. Glaubt an was ihr wollt, ich glaube an leuchtende und lachende Kinderaugen. Und lasst mich mit Eurem Religionsgescheiße in Ruhe.

Möge der Shitstorm (USA) beginnen.

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Vom Mittagstisch.

Zur Mittagszeit im Atelier.
“Wollen wir uns ein Sandwich machen?”
– “Brauchen wir aber jemand dritten für…”

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Vom Nicht-Regulieren.

Schwarz-Gelb hat für die Begründung ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Einführung eines gesetzlichen, umfassenden Mindestlohns immer betont, wie wichtig es sei, dass die Tarifautonomie der Branchen erhalten bleibt, dass der Staat nicht regulierend in Marktprozesse wie der Lohnfindung eingreift.

Dabei verschweigen sie aber, dass die Regierung sehr wohl regulierend in den Markt eingegriffen hat, in dem sie auf der Arbeitnehmerseite den Zwang auf Arbeit eingeführt haben.

Vor der Agenda 2010 konnten Arbeitnehmer bei Unzumutbarkeit von Arbeit, weil sie nicht ihrem Abschluss entsprachen oder weil Arbeitgeber bei der Lohnausgestaltung quasi sittenwidrig handelten, die angebotene Arbeit ablehnen. Wer Arbeitskräfte benötigte, musste als Unternehmer für ein entsprechendes Arbeitsumfeld mit entsprechendem Lohn sorgen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber standen hier nahezu auf Augenhöhe. Hier regelten tatsächlich Angebot (Arbeitsplatz) und Nachfrage (Arbeitssuchender) den Markt.

Diese Augenhöhe wurde jedoch durch die Einführung der Zumutbarkeitsregelungen (unabhängig von Ausbildung und Abschluss) sowie Sanktionen bei Verweigerung von Arbeit (Leistungskürzung, bzw. –streichung) beendet – Arbeitgeber können nun Stellen ausschreiben, die Dumpinglöhne, unbezahlte Praktika und lange Einarbeitszeiten vorsehen – Arbeitnehmer haben diese anzunehmen oder mit Leistungskürzungen bishin zu Streichung der Leistungen zu leben. Das Kräftegleichgewicht wurde zugunsten der Arbeitgeber verändet, auf gut deutsch: Es wurde den Arbeitgebern ordentlich zugeschustert.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist seitdem: Sittenwidrig. Unmoralisch. Geradezu menschenverachtend.

Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns würde ein Stück weit das Gleichgewicht wieder herstellen, denn Arbeit, die nicht mit mindestens mit dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt wird, wäre sittenwidrig und ablehnbar – auch gesetzlich begründet ablehnbar. Hier wäre ein Stück mehr Sicherheit für den Arbeitnehmer, sich gegen die Arbeitspolitik vieler unredlicher Unternehmen zu wehren.

Natürlich – die Agenda 2010 wurde unter Rot-Grün verabschiedet, aber es sind dieselben Parteien, die Fehler eingestehen und die Notwendigkeit der Nachregulierung der Agenda sehen. Nachregulierung zugunsten der Arbeitnehmer wird es jedoch mit der Union nicht geben. Denn: Die Bundestagswahl 2013 hat gezeigt, dass die vertrauliche “Mutti”-Mentalität darüber hinweggetäuscht hat, dass die Union die Vertretung der Arbeitgeber in diesem Land ist und nicht die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen.

Unternehmer jedoch dürften mit den bestehenden Verhältnissen durchaus zufrieden sein – warum also ändern? Wenn nicht noch verschärfen?

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Von Reiserouten.

Reiserouten können mehr oder weniger amüsant sein: Petting, Löchlein, Poing und dann ab nach Triptis.

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Vom Spass.

Dinge, die nicht zusammengehen: Buchtitel wie dieser “Vegan for Fun”. Ich habe nie verkniffere Menschen gesehen. Und verkniffen ist das Gegenteil von “Fun”.

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Vom Vertrauen.

“Wir werden sorgsam mit dem Vertrauen umgehen” – der Satz, der mir in den vergangenen vierundzwanzig Stunden mehr ins Gesicht schlug, als das Wahlergebnis. Gerade nach vier Jahren schwarz-gelber Koalition,  in denen mehr Skandale die Republik und die Glaubwürdigkeit von Politik erschütterten, als in den acht Jahren rot-grüner Selbstbeweihräucherung zuvor: Steuerlügen, Doktoren-Affären, Armutsbericht, Drohnenpleite,  NSA.

Noch einmal zum Verinnerlichen: “Wir werden sorgsam mit dem Vertrauen umgehen!” Es klingt wie eine Drohung.

Das Schlimme daran ist, dass die Menschen das für die letzten vier Jahre zu glauben scheinen und es für weitere vier auch noch weiterglauben möchten.

In der Tat – die CDU wird sorgsam mit dem Vertrauen umgehen, mit dem Vertrauen IHRER Klientel – all jenen fett- und dummgefressenen Deutschen, die nur bis zum Tellerrand ihres eigenen Tellers gucken können und nicht all jene sehen, deren eigener Teller schon lange nichts mehr hergibt.

Die aufgrund ihrer eingeschränkten Sicht nicht sehen und verstehen können, dass ihre Teller nur deswegen so voll sind, weil andere leer bleiben müssen. Weil Marktmechanismen nun einmal so funktionieren. Weil nur so ewiges Wachstum, wie Merkel und Co. es für die Schergen des harten Kapitalismus immer und immer wieder einfordern, gewährleistet wird.

Die verängstigte Mittelschicht hat den Bock zum Gärtner gemacht, denn in der Flucht zu Angela Merkel und zu “Keine Experimente” beziehungsweise “Sie kennen mich” sieht sie ihr Heil im Fortbestehen. Dabei ist die Union keine Partei der Mittelschicht. Sie ist der Totengräber der Mittelschicht.

Rund sechs Millionen Menschen in prekären Verhältnissen, die zusätzliche Leistungen zu ihrem Lebensunterhalt beziehen müssen, sind es 2013. 2017 sind es vielleicht schon acht oder neun Millionen – weil die Welt sich weiterdreht. Weil es immer wieder jemanden geben wird auf der Welt, der billiger produziert. Schneller denkt. Qualitativ besser forscht. Die Mittelschicht ist keinesfalls ein festes Gefüge – sie ist variabel und sehr zerbrechlich. Deswegen hat sie ja solche Angst.

“Wir werden sorgsam mit dem Vertrauen umgehen!”

Und ja, doch: Angesichts dieses Ausblenden von Realitäten und weiter so wie bisher: Es ist eine Drohung.

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Von der Mär, alle seien vor dem Recht gleich

Wenn ich einen Menschen verprügele und er verletzt sich, werde ich nach Art und Weise der Verletzung wg. leichter oder schwerer Körperverletzung angeklagt dementsprechend zu Haft verurteilt.

Wenn AKW-Betreiber jahrelang lügen und betrügen, Menschen wie Schlachtvieh behandeln, arglose Angestellte in atomverseuchter Brühe OHNE Schutzkleidung und ohne Aufklärung herumwaten lassen und die Menschen über die Auswirkungen atomarer Verstrahlung täuschen, wenn sie Menschenleben gefährden, einschränken (durch Krankheit) oder vernichten, da wandert keiner der Manager der Unternehmungsführung ein. Rechtsstaat? Ein Witz. Egal wo.

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Was stört…

15.000 Euro für eine Rede auf einer Veranstaltung mit dem Titel “Küchenkompetenz”?

Was mich an Peer Steinbrücks professionelle Redenhalterei stört, ist nicht die Tatsache, dass er Reden hält, sondern die Tatsache, dass es die Relation zwischen zwei Welten zeigt, die vollkommen aus dem Ruder gelaufen ist: Die Relation zwischen einer normal arbeitenden Bevölkerung und einer “Elite”, bei denen vorn
e und hinten nicht mehr stimmt, in der 1+1=2 nicht mehr gilt, in der Gehälter für einen Abend in geselliger Runde gezahlt werden, für die normale Arbeitnehmer ein halbes oder ein ganzes Jahr schwer arbeiten gehen müssen. Es stößt sauer auf, weil es die Schere zwischen arm und reich ganz deutlich zeigt – wie sie aufklafft und sich mit immer größerer Geschwindigkeit noch weiter öffnet.

Jemand, der es als normal empfindet, für 2 Stunden wohlfeile Rhethorik, ein unanständiges, für die “Elite” jedoch scheinbar normales Salär zu beziehen, jemand, der mit seinem selbstreferenzierten Gerede vom eigenen “Marktwert” aufzeigt, dass er die Beziehung zu seinen WählerInnen vollkommen verloren hat, jemand, der von Nebentätigkeit spricht, aber mehr bezahlte Reden vor Gesellschaften hält, als er seinen Wahlkreis im Parlament vertritt, kann kein Sprecher, kein Symbol, kein Kandidat der Sozialdemokratie sein.

Es wird Zeit, dass die Sozialdemokratie aus ihrem post-schröderischen Dilemma tritt und wieder ein Vertretungsinteresse an sozialer Gerechtigkeit auf ihre Fahnen schreibt.

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Von der Gerechtigkeit.

Wenn ein Rechtsstaat wie die USA davon spricht, dass der Gerechtigkeit genüge getan wurde, als man Osama Bin Laden tötete, so ist das bezeichnend für die Lage des Rechtsstaat der westlichen Welt per se. Kein Verfahren, kein Urteil. So einfach ist das.

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