11. Februar 2009

Zurück zu den Wurzeln

Das Blog ist tot, es lebe das Blog. Kurzum und nicht lange herumgefackelt: Es bleibt keine Zeit mehr, sich gleichzeitig um vier verschiedene Blogs zu kümmern. Nicht, wenn die Tage nicht um ein paar Stunden verlängert werden. „Gehen Sie doch später schlafen oder nutzen Sie die schlaflosen Nächte, die Sie dank Ihrer Kinder haben“, höre ich meine hochverehrte Leserschaft schon sagen, aber es sei ihr entgegengeworfen: Nein. Ich grübel des nachts schon genug herum. Gesundblaues Monitorlicht brauche ich nicht noch dazu.

Das Blog ist tot, es lebe das Blog. Hier geht es zumindest nicht mehr weiter. Allerdings kehre ich zu meinen Wurzeln zurück und vereine, was dereinst schon zusammen war: Das Politische mit dem Banalen, das Gesellschaftliche mit der Persona Non Grata. Herr Schwaner geht zurück zu 24stunden.de und bleibt künftig da.

Ich bitte die geneigte und verlinkende Leserschaft ihre Schritte künftig zu www.24stunden.de zu lenken und die Blogrolls gegebenenfalls anzupassen. Vielen lieben Dank.

Es ist nur ein kleiner Schritt. Nun los. Traut Euch. Klick!

Und schluss…

10. Februar 2009

Nennt mich garstig

Nennt mich böse, nennt mich garstig, aber warum in drei Teufels Namen sind Kinderseiten grundsätzlich mit dem beschissensten Font der Welt, MS Comic, gestaltet? Warum?

7. Februar 2009

Elefantös

Eigentlich war die folgende Antwort als Kommentar auf Frau Amis EBV-Verdacht gedacht. Doch da ich mich wieder einmal nicht kurz fassen wollte, steht es jetzt nun hier:

Ich pfeiferte im Jahre 2000 nach Christi Geburt herum, insgesamt 13 Wochen an der Zahl.

Die erste Ärztin, die mich damals untersuchte, durchtastete meinen dicken Bauch, schimpfte und sagte: „Herr Schwaner, in Ihrem Alter schon eine Fettleber, tz!“. Sie diagnostizierte eine Angina (wg. der dicken Mandeln und dem weißen Belag, der nicht untypisch für Pfeiffer ist) und verschrieb Penicilin. Lustig: Leber und Milz schwellen bei Pfeiffer wohl sehr stark an – soviel zur Fettleber.

Drei Tage ging es besser, dann holte das Fieber aus und begann vom neuen: Fieber, dicke Knoten, dicke Mandeln, irre Halsschmerzen. Der Notarzt kam und sagte: „Angina“ und dann „Antibiotika“. Herrlich. Pillen in der Größe von Schafskötteln durch einen eh schmerzhaften Schlund zu würgen, war das größte in dieser Zeit.

Drei bis vier Tage war es dann gut oder so: Besser. Dann begann der Horror erneut. Das Fieber kletterte noch höher und was eigentlich nicht mehr zu steigern ging, steigerte sich zu Höllenqualen. Im Hals stand mir ungefähr ein erbsengroßes Loch zum Atmen, Trinken und Schlucken zur Verfügung und für jedes Schlucken benötigte ich rund fünf Minuten Anlaufzeit, bis ich mir das mehr an Speichel notdürftig durch das Löchlein lockte. Der inzwischen dritte Arzt sagte: „Angina“ und „Uuuh, eitriger Abzeß, da müssen wir schneiden“ und schickte mich aber endlich zu einem HNO, der entscheiden sollte, was zu tun sei.

Der guckte. Einmal. Sagte „Pfeiffer!“, beutelte sich bei mir Blut ab und schickte es ins Labor zum EBV-Schnelltest und am nächsten Tag teilte er mir fieberkomatösen Patienten in seinem Lederstuhl sitzend mit: „Pfeiffer!“ und zu meiner Mutter gewandet, die mich damals rührend umsorgte: „Da muss er jetzt durch, da hilft kein Penicilin, das ist ein Virus.“ Und dann krönte er die Bemühungen der anderen Ärzte, als er sagte: „Im Gegenteil: Die Medikamentation mit Penicilin hat das Krankheitsbild noch viel schlimmer gemacht.“ Das sei bekannt, dass EBV-Erkrankungen schlimmer verliefen, wenn sie fälschlicherweise mit Penicilin behandelt würden. Komisch – den Ärzten vorher war anscheinend nicht einmal der Pfeiffer bekannt.

Und so durchlitt ich ohne Hoffnung und ohne Penicilin die nächsten fünf Tage im Vollrausch mit starken Schmerzblockern, die mich nur schliefen ließen, aber nicht wirklich die Schmerzen nahmen. Mein Körper hatte derweil automatisch alles so eingestellt, dass ich nicht mehr schlucken musste: Ich atmete durch den Mund, ließ die Zunge draußen hängen, damit sie trocknete, um ja keinen Speichel im Mund zu haben, den ich hätte schlucken müssen. Kurzum: Meine Zunge war ein trockener Stein. Wi-der-lich!

Heute: Mit dem Wissen, dass der EBV-Virus sich nie aus meinem Körper verflüchtigen wird und jeder Zeit bei hoher Viruslast abgeschwächt aktiviert werden kann, lebt es sich ganz toll. In den Erkältungsmonaten, wenn die eigene Immunabwehr sowieso schon Ausstände feiert, bin ich oft müde, die Knoten schmerzen und schwellen wieder an. Kurzum: Ganz oft habe ich das Gefühl, einen Pfeiffer light in mir zu haben. Außerdem habe ich Mandeln, die seit der einstigen Schwellung so groß sind, dass sie wie große Elefantenohren in meinen Hals hinabhängen und chronisch entzündet sind. Mein jetziger HNO riet mir schon, sie mir entfernen zu lassen. Aber wie gewisse Kreaturen das Weihwasser fürchten, fürchte ich den Aufenthalt im Krankenhaus.

Übrigens: Im Volksmund wird der Pfeiffer auch „Kusskrankheit“ genannt – ich weiß, wie ich meinen EBV bekommen habe. Und Sie, Frau Ami? ;)

29. Januar 2009

Schnurlos.

„Ja? Hallo? Frau Sohrbach? Schönen guten Tag, Frau Sohrbach. Herr Schwaner hier. Ja. Der Papa von Paul. Ja. genau. Und zwar würde ich gerne meinen zweiten Sohn für einen Krippenplatz anmelden. Mh-mh. Ja. Das wäre für, moment, ich muss mal überlegen. (grübelt) Also, machen, dann neun Monate, Geburt 2008, dann, sagen wir anderthalb Jahre, Ende 2009, (abgewandt) Nicht so doll, langsam, ganz langsam (wieder dem Telefon zugewandt) Ende 2009, also ab August nächsten Jahres wäre das. Ja. Mh-mh. Ja. Genau. Oh, ja, nein, nein. Noch ist meine Frau nicht schwanger (es quietscht rhythmisch im Hintergrund). Ja. (lacht) Nein, wir arbeiten dran. Ja, genau. Gerade eben. Hören Sie? Gerade eben! (zu Frau Rieke) Stöhn doch mal. Mach doch mal. (stöhnt) Hören Sie? Ich wollte einfach mal schon… (lauscht) Sie wissen doch bei (hält inne,stöhnt) bei Paul war das doch schon so ein (stöhnt) Drama. Nicht? Also, Namen haben wir noch keinen. Tragen Sie doch… (atmet schwer) … Rumpelstilzchen ein. Für August. Wie sind da die Chancen? (es rummst rhythmisch) Vier Paare vor uns? Meine Güte. Was sagen Sie? (stöhnt, rumpelt) Das nächste Mal noch eher? (schreit kurz auf, röchelt, atmet wieder ruhiger) Na, Sie sind gut. Hoffen wir, dass es jetzt gerade geklappt hat. Gut, Frau Sohrbach, dann hören wir uns in zwei, drei Monaten wieder. (lauscht) Ach so, ja, nee, wir sehen uns ja gleich, wenn ich Paul abhole. Gut, Frau Sohrbach, dann schon mal Danke. Ne? Gut, ja, mache ich. Auf Wiederhören (legt auf).“

10. Januar 2009

Werte Wertpapiere…

Das ist ein toller Zeitpunkt, den sich meine Bank gewählt hat, anzufragen, ob ich mir denn nicht neben meinen anderen Konten bei ihr auch noch ein kostenloses Wertpapierkonto zulegen will. Um Wertpapiere zu kaufen.

Was darf ich denn kaufen? Sollte ich in Banken investieren? Es wäre doch gewiss lohnend bei dem Konjunkturprogramm für Banken. Oder lieber in Volkswagenaktien? Krieg ich eigentlich noch Zertifikate? Von Lehmann Brothers? Kauf ich mir Ratiopharm?

Das ist doch der Einfall zu Beginn des neuen Jahres: Ich nehme all mein Geld, dass ich die Jahre über gespart habe und investiere es in den Wertpapiermarkt. Bis alles weg ist. Das Schulgeld der Kinder. Für Klassenfahrten, für Führerscheine, für das Studium, für die Zukunft. Toll. Und dann fange ich wieder von vorne an.

Oder ich bemühe die Eisenbahn…

9. Januar 2009

Wenn sich Fische rächen

Zweihundert Grad heißer Fischfond aus dem Ofen ist eine Wucht. Vor allen Dingen, wenn er in Aluschälchen gereicht wird, jenen, die sich an den Ränden so leicht durchbiegen.

Weiterlesen →

3. Januar 2009

Im Schwarzen Grund

Der Titel wäre alleine schon Grund genug anzunehmen, dass ich über meinen nunmehr vierten Jahrestag der Dreissigwerdung palavern würde. Da in Berlin, wie am Grab der Großelten am Sylvestertag noch einmal nachdrücklich verlangt, sich eine filigrane Schneeflocke nach der anderen aus den frostigen Höhen auf die Erde niederfallen ließ, erschien es mir als Schlittenvater nur natürlich, den eigenen Wonnetag in Ermangelung von Gästen anderweitig für die Kinder zu nutzen und aus der Innenstadt und mit Schlitten in jene Gefilde zu enteilen, in denen wir Kinder zwischen Parks und Wäldern großwurden: Dahlem.

Im Winter war ich oft zu Besuch bei meinen Großeltern, die in der Thielallee gegenüber der Silberlaube ein feines Häuschen besaßen und weil meine Mutter durch Rufbereitschaften oder Spätdiensten von ihrer mütterlichen Tätigkeit abgehalten wurde, schlief ich oft in dem kleinen Büro meines Großvaters, indem ein Gästebett stets für uns Kinder neben dem alten Aktenschrank stand. An Wintertagen mit viel Schnee, die zu meinen Kinderzeiten keine Seltenheit waren wie heutzutage, durften wir Kinder mit den Schlitten in die nahegelegenen Parks ziehen und uns todesmutig auf stählernen Kufen in die Tiefe stürzen. Am meisten Rodelfläche bot zu meiner, wie auch zu Pauls Zeit, wie ich nun gestern feststellen durfte, immer noch der Park „Im Schwarzen Grund“, auf dessen Wiesen am Thielplatz man nicht so steil aber schön langgezogen herunterschlittern konnte, bis man im schwarzen Grund, der von mehreren zusammenhängenden Tümpeln durchzogen ist, mit seinem Schlitten zum Stehen kam. Für Pauls Alter und seinem Grad an Professionalität im Umgang mit den Schlitten also genau das Richtige. Erst ging es mit Frau Rieke mit lautem Gejohle in den Grund hinab, dann nahm ich hinter meinem Sohn Patz und zum ersten Mal seit, ja, Jahrzehnten ging es es auch für mich wieder auf einem Schlitten einen Hügel hinab. Nur wenige Abfahrten später verlangte der Erstgeborene seine Freiheit und alleine zu rodeln. Konnten wir ein zweidreiviertel Jahre altes Kind alleine auf einem Schlitten den Hang hinunterrodeln lassen? Frau Rieke probierte es aus und ich stand zögerlich dahinter. Paul rodelte los, Frau Rieke sprang auf der Hälfte der Fahrt ab und Paul schlitterte gänzlich alleine hinab in den Grund. Die weiteren Fahrten bestritt Paul grundsätzlich alleine. Mit seinem Papa oder seiner Mama zu fahren, war schließlich für Babies.

Bis auf die eine Fahrt. Da schnappte ich mir frecherdings den Schlitten, nahm ein wenig Anlauf wie in alten Tagen und als der Schlitten seine Fahrt aufgenommen hatte, warf ich mich bäuchlings darauf und wunderte mich, wie wenig Platz auf so einem Schlitten plötzlich war, hatte ich das doch ganz anders in Erinnerung. Schon ging es gänzlich unbequem in den Grund hinunter, immer schneller und schneller, vorbei an Bäumen und Büschen, die Fahrtlinie anderer Kinder durchkreuzend johlte sich die Lawine namens Papa den Hügel hinunter.

Eigentlich unspektakulär. In der Erinnerung war alles viel gefährlicher, viel schneller und die Abfahrt dauerte viel länger. Der Spaß war jedoch derselbe und das Gefühl auch: Was konnte besser passen als ein Ausflug in die eigene Kindheit, wenn man schon wieder ein weiteres Jahr ferner der Dreißig feierte?

29. Dezember 2008

Jahresrückblick 2008

Nun ist es wieder soweit. Das Jahresendstöckchen kann herausgeholt, poliert und weitergeworfen werden. Nicht vergessen: Die Verlinkung mit dem Stöckchen des Vorjahres bei der letzten Frage, so ergibt sich für einen selbst schnell ein schöner, nachvollziehbarer Kreis zum Nachlesen, wie es um einen während all der Jahre stand.

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
8

2. Zugenommen oder abgenommen?
Mal abgenommen, mal zugenommen, ein Nullsummenspiel

3. Haare länger oder kürzer?
genauso lang wie immer, also eher kurz

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Die erste Augen-Präventionsuntersuchung erfolgreich bestanden: Glaukom-Test negativ, Augen bei 100%

5. Mehr Kohle oder weniger?
etwas mehr

6. Besseren Job oder schlechteren?
Immer noch denselben, aufreibenden, aufregenden Job *gähn*

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
mehr

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Nein, ich habe nichts gewonnen, habe aber auch nicht gespielt

9. Mehr bewegt oder weniger?
Der Sommer war sehr verregnet in Berlin, eher weniger

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Unzählbar in den Winter- und Herbstmonaten

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Am schlimmsten die nunmehr chronische Halzentzündung und das Weihnachts-Desaster

12. Der hirnrissigste Plan?
Stets zu glauben, etwas in Ruhe und Frieden machen zu können — die Kinder werden es zu vereiteln wissen und gönnen einem keine ruhige Minute, geschweige denn Stunde.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Den Fahrmentor für Frau Rieke zu spielen :)

14. Die teuerste Anschaffung?
Über das Jahr gesamt gerechnet Liloo.de, in Einzelwerten sicherlich unsere neue Küche.

15. Das leckerste Essen?
Bisher das Gänseessen im November, allerdings war Weihnachten auch unser Puter noch nicht im Ofen (wg. besagter Krankheit), wird also Sylvester wahrscheinlich auf Puter wechseln :)

16. Das beeindruckendste Buch?
Zuviele Bücher angefangen und nun knabbere ich schon wieder zu lange an ihnen herum. Am Beeindruckendsten von der Bildhaftigkeit der Sprache gewiss die Kairoer Trilogie von Nagib Machfus.

17. Der ergreifendste Film?
„Der Tag, an dem die Erde stillstand“ — der Film ist absoluter Bullshit, aber es war ergreifend, weil ich das erste Mal seit der Geburt von Söhnchen Oskar mit meiner Frau etwas alleine unternehmen konnte, weil auf die Kinder aufgepasst wurde.

18. Die beste CD?
Ich lebe in einer Jazz-Welt, da gibt es selten Neuerscheinungen, die mir zusagen, deswegen sind es oft alte Aufnahmen, die ich höre. Von einer besten CD zu reden, wäre da nicht gerecht. Meine Amarok-Statistik sagt: Madeleine Peyroux „Careless Love“ und Oscar Peterson „A Jazz Tribute to Frank Sinatra“.

19. Das schönste Konzert?
Was? Konzert? Was ist das?

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Der Tastatur

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner Frau Rieke und meinen Kindern

22. 2008 zum ersten Mal getan?
Eine eigene Social-Network-Software geschrieben und in Form eines Eltern-Netzwerks an den Start gebracht

23. 2008 nach langer Zeit wieder getan?
Nach zwei Jahren Pause meiner Frau zu Seite gestanden, als sie unseren zweiten Sohn zur Welt brachte. Klasse Sache.

24. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
TÜV, die Renovierung der Küche, Regensommer

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte
Eltern und Sponsoren von Liloo.de

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Oskar, aber das Geschenk wurde ja eigentlich schon im letzten Jahr „gekauft“ :)

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Wie sich das ähnelt: Oskar, unser gesundes Kind

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Unsere Hebamme, als sie bei der Geburt scherzte: „Na, bis zum Kaffeetrinken sind wir hier wieder raus“ — sie sollte recht behalten, zwei Stunden nach Eintreffen im Geburtshaus später war das Kind da.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Zu meiner Mutter am Telefon: „Oskar David ist um 13:02 Uhr geboren worden!“

30. Dein Wort des Jahres?
„Hosseissebahn“ oder „Mannesmann“ (Weihnachtsmann), beide von Paul

31. Dein Unwort des Jahres?
Finanzkrise, weil es ein viel zu harmloses Wort für diese weltweite Schweinerei ist

32. Dein Liebglingsblog des Jahres?
argl – das kann ich nicht beantworten. Da gibt es jede Menge technische Blogs, private Blogs und aus beruflichem Interesse jede Menge „Strick- und Nähblogs“, Lieblinge herauszugreifen wäre da unfair.

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchem vor vorigen Jahr!
Geht nicht, ich habe im letzten Jahr keins angelegt :(

Dafür kann ich umso besser schmeißen, seit dem ich fleißig mit der Wii üben darf *schmunzel*. Hier, fangt auf: Ines, Wortteufel, Giftzwerg

Darüber hinaus kann sicher jeder das Stöckchen schnappen, der Lust dazu hat, den Fragenkatalog zu beantworten.

22. Dezember 2008

Orgastische Preise

Was bekommen eigentlich jene Sprecherinnen als Jahresgratifikationen, die zu den Weihnachtsfeiertagen in den Schalterzentralen der Lebensmittelmärkte sitzen und fleißig, fröhlich, beschwingt die aktuellen Preisnachlässe, Rabatte und Aktionswaren anpreisen und frohe Festtage wünschen?

Während ich bei den Brötchen stehe, läutet über die alles überschallende Musikanlage, aus der sonst Easy-Listening dudelt, ein Gong, dann haucht ein Marylin-Monroe-Verschnitt ganz erotisch in ihr langes, dickes Microphon und während sie das Schweineschnitzel zu günstigen Preisen anbietet — viele liebe Grüße nach Irland an dieser Stelle — scheint sie an sich herumzuspielen. Wir männlichen Zuhörer sind dankbar, uns für wenige Minuten als Präsident fühlen zu dürfen. Hm.

Sekündlich warte ich darauf, dass sie hörbar laut stöhnt und schwer atmet und dass ihr Microphone herunterfällt, aber auf Sendung bleibt, während sie es sich feucht-fröhlich in ihrer Sprecherkabine macht einrichtet.

„Mhhh, oh ja, liebe Kunden, uuuh, Schweine-mhhh-lenden – aaaah – bis zu 30 Prozent reduziert“ oder „Uuuuh Grillpeitschen im Son-aah-der-uuuh-ge-ah-bot-ah-ah-aaaahhhh“ oder „Machen Sie es sich — pffffrrrrrrrrrr — gemütlich zu Weihnachten. Unsere Batterien im Sonderangebot. Jajajajajajaaaaaaaaaaaaah!“

Also noch einmal: Was war deren Gratifikation?

7. Dezember 2008

Die Mär von den Rentieren

„And every mother’s child is gonna spy To see if reindeer really know how to fly.“ (The Christmas Song)

Nein, sie können nicht fliegen. Zwar hat Santa Claus das einmal ausprobiert und seine geliebten Rentiere vor den Schlitten geschnallt, als er jedoch mit ihnen in die Lüfte emporstieg und ein eisiger Wind die silberhellen Glöckchen an Santas Schlitten flüstern ließ: „Ihr seid Rentiere, ihr könnt nicht fliegen“, da stürzten die Rentiere, nach einem kurzen Moment der Stille und der Einsicht, den Hummeln gleich, mitsamt Schlitten und Geschenken in die Tiefe und zerschellten, wie sollte es anders zu erwarten sein, nachem Isaac Newton anhand eines Apfels die Schwerkraft entdeckt hatte, auf dem harten Eis der Arktis, das die stinkenden Gedärme nur begierig frostete.

Santa ist seit jener Zeit, an sehr irrdische Zustellungswege gebunden. Hat sich eigentlich schon jemand gefragt, wie Santa bei fortschreitender Klimaerwärmung über die wegfallenden Eisbrücken zustellen will, wenn sogar Polarbären schon nicht mehr in der Lage sind, in alte Jagdreviere zurückzukehren, weil das Eis zu brüchig ist?